Soziales

Räume des Miteinanders

Architektur ist mehr als Form – sie schafft Bedingungen für Begegnung, Teilhabe und Gemeinschaft. Soziale Architektur denkt die Bedürfnisse ihrer Nutzer:innen mit, schafft barrierefreie, inklusive und zugängliche Räume und fördert dadurch das soziale Gefüge einer Stadt.

Ob Nachbarschaftszentrum, Bildungsort, öffentlicher Platz oder Gemeinschaftswohnprojekt – im Fokus steht der Mensch. Der Entwurf reagiert auf gesellschaftliche Herausforderungen wie demografischen Wandel, Integration oder soziale Isolation und übersetzt sie in konkrete räumliche Antworten.

So entsteht Architektur, die verbindet: Orte, an denen Austausch, Solidarität und Miteinander stattfinden – offen, funktional und mit einem feinen Gespür für das, was Menschen brauchen.

Der Entwurf „Adapted Horizon“ setzt sich mit der Neudefinition eines Stadions auseinander – als architektonische Typologie, die weit über Sport hinausgeht. Ziel ist es, einen Ort der Begegnung und Bewegung zu schaffen, der soziale, topografische und städtebauliche Bedingungen miteinander verknüpft.

Der gewählte Standort – Represa do Tatu im Süden von Rio de Janeiro – zeichnet sich durch eine vielschichtige Landschaft und soziale Kontraste aus. Hier treffen dichte urbane Strukturen auf offene Naturräume, informelle Siedlungen auf geplante Infrastrukturen.

„Adapted Horizon“ nutzt diese Spannung zwischen Stadt und Natur, um ein Stadion zu entwerfen, das sich sensibel in das Gelände einfügt, mit der Topografie arbeitet und neue Verbindungen im städtischen Gefüge herstellt. Das Stadion wird so zu einem kollektiven Raum, der nicht nur für sportliche Events, sondern auch als sozialer Ankerpunkt dient.

 

<<< Adapted Horizon

ie Idee dieses Entwurfs ist eine moderne Interpretation traditioneller Architektur – abgeleitet aus dem Genius Loci und den klimatischen Bedingungen im Süden des Irak. Grundlage war eine präzise Klima- und Wetteranalyse, um eine Schule zu entwickeln, die mit dem Ort arbeitet – nicht gegen ihn.

Zwischen März und Oktober dominieren Temperaturen um 30 °C und darüber. Ein angenehmes Innenklima entsteht durch Schattenführung und eine zweite äußere Hülle, die vor Überhitzung schützt. Lamellen bringen Tageslicht ins Gebäude und lenken die Sonne indirekt in die Räume.

Der sommerliche Wind aus Nordwesten wird durch die offene Gebäudestruktur gezielt aufgenommen und unterstützt die natürliche Querlüftung. Ein Wasserlauf vor dem Gebäude kühlt zusätzlich die einströmende Luft.

Die Hülle von Schule und Mehrzweckhalle knüpft an regionale Bauweisen an und besteht aus Stahl und Schilf. Eine Landwirtschaftswerkstatt ergänzt das Ensemble und vermittelt Kindern praktisches Wissen. Symbol des Projekts ist der Basra-Rohrsänger.

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Kultur

Räume der Identität und Interpretation

Architektur ist immer auch ein Ausdruck kultureller Prozesse. Die hier versammelten Projekte thematisieren die Beziehung zwischen Raum, Gesellschaft und Geschichte – sei es durch öffentliche Bauten, narrative Konzepte oder künstlerisch-experimentelle Entwürfe.

Im Fokus steht dabei die Frage, wie Architektur kulturelle Identität sichtbar machen, interpretieren oder transformieren kann. Ob durch neue Räume der Erinnerung, urbane Schnittstellen oder das Wiederbeleben vergessener Orte – jedes Projekt ist eine räumliche Auseinandersetzung mit gesellschaftlichem Kontext.

Flussbad Lichtenberg

Die historische Beziehung zwischen Berlin und der Spree bildet den Ausgangspunkt für diesen Entwurf. Aufbauend auf der Tradition der Flussbäder interpretiert die Arbeit das Baden im Stadtraum neu und entwickelt ein urbanes Wasserbad in Berlin-Lichtenberg.

Inmitten industrieller Umgebung reagiert der Entwurf auf die Massivität des benachbarten Kraftwerks, öffnet sich zur Spree und schafft über einen großzügigen Vorplatz einen öffentlichen Begegnungsraum mit hoher Aufenthaltsqualität. Das Gebäude gliedert sich in drei ausgreifende Arme, die durch gezielte Lichtführung und Raumkomposition unterschiedliche Atmosphären erzeugen.

Die geometrische Entwicklung basiert auf industriellen Kreiselementen, wie den Silos des Umfelds – ein Konzept, das Funktionalität, Identität und stadträumliche Logik verbindet. Der Entwurf zeigt, wie Architektur, Landschaft und Wasser zu einem zukunftsorientierten öffentlichen Raum verschmelzen können.

Terremoto Museum

Das verheerende Erdbeben von 1755 zerstörte große Teile Lissabons und veränderte nachhaltig das Stadtbild wie auch das gesellschaftliche Denken. Der Entwurf übersetzt die Naturgewalt in eine ausdrucksstarke Architektur.

Das Museum integriert sich in die Topografie des Stadtraums, nutzt Höhenunterschiede und entfaltet seine Wirkung zwischen Enge und Weite. Die Gebäudeform basiert auf verschobenen Platten, die sich überlagern, durchdringen und dynamische Räume erzeugen.

Im Innenraum entsteht eine räumliche Dramaturgie aus Licht, Schatten und spannungsvollen Übergängen – zwischen Intimität und Offenheit. Die benachbarte Kirchenruine „Convento do Carmo“ bleibt bewusst sichtbar und wird respektvoll in das Konzept eingebunden.

Ein zurückhaltender Zugang führt über einen Innenhof ins Gebäude. Im Erdgeschoss ergänzt eine Markthalle mit regionalen Produkten und Gastronomie das Raumprogramm – als sozialer Treffpunkt zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

 

Design Centre

Der Entwurf interpretiert traditionelle Architektur auf zeitgemäße Weise und berücksichtigt dabei Ort, Klima und Gesellschaft. Auf einem 1,20 m-Raster entsteht ein Designzentrum, das sich in die gewachsene Stadtstruktur einfügt.

Elemente wie Shanashils, Innenhöfe und organische Raumfolgen bilden die Grundlage. Die bestehende Fassade bleibt als historische Hülle erhalten und prägt durch gezielte Öffnungen die neuen Räume mit Nischen und Höfen. So entsteht ein sichtbarer Dialog zwischen Alt und Neu.

Ein öffentlicher Eingang auf der Westseite führt in das Zentrum, das Veranstaltungen, Werkstätten und kreative Prozesse miteinander verbindet. Die offenen Ateliers laden Besucher zur Teilhabe ein, während die Bibliothek separat zugänglich bleibt und auch unabhängig genutzt werden kann.